„Nicht erster“ von vielen – Warum neue Reihen von Anfang an vorstellen?

Es scheint als würde ein neuer Trend durch die erzählende Rollenspielszene wabern: die Verteilung von Lese- und Hörproben, die nicht den Anfang der Geschichte erzählen. Was das genau soll kann ich nicht sagen, vielleicht glauben die Autoren ja, dass der Anfang ihrer Geschichte nicht gut genug ist um die Kunden auf den Geschmack zu bringen. Jedenfalls waren sowohl in einer der letzten LARPzeiten, als auch dem Aventurischen Boten 151 (hier die Rezension bei Nandurion) eine Promo CD des Sagenepos „Die letzten Helden“. Man könnte jetzt glauben, dass man den Einstieg in die Geschichte bekommt, zum anfixen. Aber: nein. Teil 2 von 24. Zum Beurteilen der Tonqualität, der Sprecher und der technischen Aufmachung absolut akzeptabel. Zum Gewinnen von Neukunden irgendwie seltsam. Nun könnte man ja glauben, dass es Teil 1 irgendwo auf der Homepage gibt und die Kunden der großen Rollenspielmagazine mit einem zweiten gratis Pröbchen gelockt werden sollen, aber: Fehlanzeige, für den ersten Teil müssen10 Euro entrichtet werden.

Das gleiche Spielchen in neuem Gewand gab es im Aventurischen Boten 152: Es wurde eine Leseprobe aus der Romanreihe die Türme von Taladur veröffentlicht. Aus dem dritten Teil wohlgemerkt. Das mag aus marketingtechnischer Sicht sinnvoll sein, da dieser Teil gerade erschienen ist, aber soweit ich informiert bin ist das die erste Leseprobe, die im Aventurischen Boten erschienen ist (zu der Romanreihe). Immerhin kann man hier die Leseproben auch von den ersten beiden Romanen bekommen und zwar auf der Homepage des Projekts.

Das fühlt sich für mich immer ein wenig an wie die Kinotrailer, die alle, wirklich alle sehenswerten Szenen eines Films umfassen und die gesamte Handlung zeigen, so dass man sich nachher im Kino fragt, warum man sich all die Füllszenen zwischen den bereits bekannten Teilen noch angeschaut hat. Gute Trailer machen Lust auf mehr ohne die ganze Handlung vorweg zu nehmen (wie zum Beispiel beim Hobbit).

Was ist falsch an einem guten Cliffhanger am Ende des ersten Teils (der kann ja dann auch kürzer sein als der gekaufte erste Teil) um die Kunden für das Produkt zu begeistern? Bei Fernsehserien funktioniert es ja auch …

Philipp

Jahrgang 79, spielt eigentlich schon sein ganze Leben lang Spiele und hat nie damit aufgehört. Aktiv werden zur Zeit LARP, DSA und HdRO gespielt und viel darüber gelesen. Mein aktuelles Abenteuerprojekt: "Das vergessene Volk" ein nicht mehr erhältliches Abenteuer im Svelttal und Orkland, aus dem Jahr 2002, das an die Ereignisse in der Orkland Triologie anknüpft und die Geschichte 30 Jahre später weiter erzählt.

Alle Beiträge ansehen von Philipp →