Angespielt: DSA Schicksalspfade

Fazit und Organisatorisches

Ich finde, Schicksalspfade unterscheidet sich in der auf der RPC vorgestellten Version nicht sonderlich von anderen Tabeltop Systemen. Die hinterlegte Welt wird zwar in die Figurenwelt übernommen, dient nach meiner Wahrnehmung nur als Aufhänger. Viel von dem Reiz Aventuriens geht hier verloren, was aber auch an der Darreichungsform liegen kann. Ich persönlich ziehe wenig Freude aus einem Spiel, dessen einziger Inhalt aus Figuren bewegen und mich mit einem Mitspieler bekriegen besteht. Wenn ich so etwas spielen will hole ich mein altes Mensch ärgere dich nicht oder Malefiz aus dem Regal. Wenn die Spieledesigner es schaffen eine Geschichte zu erzählen, die die Vorteile der visuellen Wahrnehmung des Tabeltop mit der epischen Erzählweise des DSA Systems zusammenbringt, dann glaube ich kann Schicksalspfade mehr werden als ein Sammelobjekt für Rollenspielfreunde.

Sollte das nicht gelingen bietet Schicksalspfade aber alles, was man zum plastischen Darstellen komplexer Erzähl- und Kampfsituationen braucht: einen Plan mit Hexfeldern, Heldenfiguren, die klar anzeigen wer wo in welcher Richtung steht und wie weit noch von einem Ziel entfernt ist. Das Ganze dann eingebettet in die klassische Form des Pen and Paper Spiels.

Was bleibt noch zusagen? Schicksalspfade wird zur Spiel 2012 in Essen erscheinen (Stand 6. Mai.) und aus einer Basisbox und optionalen Erweiterungen bestehen. Die Figuren werden unbemalt in den Verkauf gehen, so dass man hier seine volle Kreativität ausleben kann. Im ersten Wurf sind folgende Fraktionen geplant: Die Reichsarmee, Al’Anfa, Thorwaler, die Praioskirche, Kultisten und Elfen(?). Die Breite der verfügbaren Abenteuer soll von Gefechten (wie auf der RPC gespielt) über Missionen mit mehr oder weniger klaren Zielen für beide Seiten hin zu Abenteuern ala Hero Quest reichen, aber das scheint der Punkt zu sein, an dem aktuell am härtesten gearbeitet wird. Ein Meister scheint erst mal nicht vorgesehen zu sein, alle Fraktionen werden von Spielern gespielt, was das erleben von Abenteuern aus meiner Sicht schwierig macht, aber ich lasse mich da gerne überraschen. Neben den vom Verlag geplanten Dingen scheint man in diesem Projekt auch fest mit der Fangemeinde zu rechnen, die Inhalte beisteuern soll. Das kann funktionieren, muss aber nicht.

Einen Preis konnte ich leider nicht in Erfahrung bringen, was aber zu diesem recht frühen Stadium nicht besonders verwunderlich ist.