Zauberei und Technik – Warum Schusswaffen nicht gut zu Magiern passen.

Angestiftet von einem etwas älteren Thema des Rollenspielblogkarnevals habe ich mal meine Fantasybibliothek durchgeblättert um mich inspirieren zu lassen was man schreiben könnte und siehe da: die Inspiration ging winkend an mir vorbei. Verdammt. Aber wenn ich mir schon die Mühe mache all diese Bücher und Hörbücher auf links zu ziehen, warum dann nicht doch was schreiben? Nämlich wie gut die beiden Welten mit einander klar kommen? Denn eins ist klar vom kurzen überfliegen der Quellen – es sind 2 Welten, die nur lose was miteinander zu tun haben. Inspiration du kleines Luder :).

Anscheinend ist gerade im Fantasysegment die Magie strikt von höherer Technik zu trennen. Beispiel gefällig? Aventurien: ein Land durchzogen von Magie und die Technologie ist stehengeblieben auf der Schwelle zum Frühmittelalter. Torsionsgeschütze und Schleudern im Bereich der Waffentechnik, obwohl die Schiffstechnik schon auf Stand der Entdecker und Kolonialfahrer ist. Mhhh, nagut mag man nun sagen: DSA ist nun ein System das die Epochen mischt wie ein Wahrsager auf Koffein seine Tarotkarten. Aber auch die Settings die sich stark an Epochen anlehnen, die höhere Waffentechnik haben (Havena und die Bukaniere um nur zwei zu nennnen) lassen diese vermissen.

Der Grund dafür ist eigentlich recht offensichtlich und in der Triologie „Magierdämmerung“ von Bernd Perplies schön beschrieben: ein Magier verliert seine Andersartigkeit und seine Bedrohlichkeit, wenn man ihn mit einem Gewehr einfach niederschießen kann. Einfache Lösung für das Problem: diese Waffen sind im magischen Kontext nicht enthalten. Warum auch, wenn ich jemanden mit einem Feuerball umnieten kann und dabei noch die halbe Straße und alle seine Freunde mit in Brand setzte? War da nicht was mit Konzentration und magischen Schutz? Richtig, in den meisten Geschichten können sich die Magier zwar gut gegen Feuerbälle schützen, sehen aber ziemlich alt aus, wenn jemand mit einem profanen Holzknüppel die ehrwürdige Magierkappe bearbeitet. Und was sind Handfeuerwaffen anderes als besonder weit reichende Holzknüppel?

Erstaunlicherweise scheint aber genau diese Taktik unter Magiern absolut verpönt zu sein. Zumindest reagieren die Protagonisten in der Geschichte von Perplies mit absolutem Entsetzten als genau das passiert: Jemand kommt mit einer geladenen Waffe zu einem Magierduell und beendet es so wie man es erwarten würde – auf die Dr.-Indiana-Jones Art. Er hat „Jehova“ gesagt, sowas macht man nicht. Und das in einem Setting, das dem Steampunk angelehnt ist und im viktorianischen London spielt, wo Schusswaffen keine technischen Überraschungen mehr sind.

Ähnlich arbeitet die Welt um Magierdedektiv Harry Dresden. Im heutigen Chicago sind Feuerwaffen nicht nur völlig normal und ein ernsthaftes Problem für Magier (Schutzschildzauber helfen, brauchen aber Energie), nein der Protagonist setzt sie selber ein, gerne auch mal als erste Wahl (siehe Dr.-Indiana-Jones Art). Allerdings auch hier wieder: Harry Dresden benutz einen Trommelrevolver mit 6 Schuss die in aller Regel durch sind bevor das Problem „gelöst“ wurde. Oder er verliert ihn. am Ende steht dann doch wieder das magische Duell mit dem einen oder anderen Faustkampf. 

Wie wäre Harry Potter ausgegangen, wenn einfach mal wer Voldemort nieder geschossen hätte? Ein ganzes Ministerium wird von Aufständischen angegriffen und die britische Armee bekommt davon nichts mit? Nee ist klar. Und was ist mit Arthur Weasley? Ein Brite, der zur Zeit der Geschichte ~ 50 ist und somit die zweite Hälfte des 20ten Jahrhunderts erlebt hat, für das Ministerium in London arbeitet und keine Ahnung von der Welt hat in der er lebt. Was machen diese Menschen in ihrer Mittagspause?

Anscheinend braucht das Element des mystischen einen gewissen Schutz vor der Technik um zu funktioniren. Technik wird entweder ignoriert (Harry Potter) oder funktioniert nicht richtig wenn Magier in der Nähe sind (Harry Dresden).

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