Von Toten und Untoten

Auf der Role Play Convention (RPC) in Köln habe ich dieses Jahr einen wirklich netten Fang gemacht: das im Dezember 2011 erschienen „Von Toten und Untoten“. Eine Mischung aus Quellenband und Intimespielhilfe. Ich wollte nach der Messe eigentlich nur kurz rein schauen und bin dann den restlichen Abend darin hängen geblieben.Von Toten und Untoten, das CoverEin Fang war es vor allem deswegen, weil ich den Band aus der Retourenkiste am Ulisses Stand gezogen habe. Einzige Beschädigung: der untere Buchrücken ist etwas eingedrückt – eine Beschädigung, die in meinem Regal spätestens nach 6 Monaten ohnehin aufgetreten wäre. Nun aber zum Inhalt:

Der Band behandelt, wer hätte es gedacht, die verschiedenen Formen von untoten Kreaturen, die auf Aventurien so kreuchen und fleuchen. Das fängt an beim klassischen Skellet und hört bei den verschiedenen Bauformen von Fleisch- und Knochengolems auf. Das eiskalte Händchen hat ebenso seinen Platz gefunden wie die Verlorenen, mächtige Untote, deren Seelen an einen untoten Körper gefesselt wurden und die Sterblichen in Punkten wie Intelligenz und Planungsvermögen in nichts nachstehen.

Jeder der Vorgestellten Kreaturen ist mit Werten versehen und die meisten haben eine wirklich plastische Zeichnung bekommen. Die einzelnen „Gattungen“ werden gruppiert dargestellt und im ersten Teil des Bandes in Form von intime Texten beschrieben. Im zweiten Teil werden dann die regeltechnischen Werte aufgeführt und Hinweise gegeben, wie man „seine“ Untoten individualisieren kann.

„Von Toten und Untoten“ ist kein klassischer Quellenband der blauen Reihe und auch nicht in diese eingeordnet. Der fordere Teil des Buches stellt das Manuskript eines leider verblichenen Nekromanten dar, der seine Notizen teilweise kommentiert oder auf revidiert hat. Er versuchte ein möglichst komplettes Kompendium der untoten Daseinsformen zu erstellen und das ist ihm auch gelungen. Diese Darstellungsform bietet den großen Vorteil, dass es sich zum einen gut ließt und zum anderen direkt ins Spiel eingebaut werden kann. Die Spieler erfahren viel (vielleicht mehr als ihnen lieb ist) wenn sie einzelne Kapitel oder Seiten in die Finger bekommen, ohne mit den regeltechnischen Details in Berührung zu kommen. Dem Meister bietet sich eine große Quelle an intime tauglichen Informationen, die auch immer mal wieder knapp neben der Wahrheit liegen und sich prima durch diverse Meisterpersonen transportieren lassen. Da es ein Unikat ist, das auch in weiteren DSA Publikationen nicht offiziell verwendet wird kann ein gespielter Nekromant sich voll und ganz der Suche nach diesem Buch oder Teilen davon machen, was eine prima Motivation für einen Abenteuereinstieg ist. Aber auch der dunkle Gegenspieler der Helden könnte auf die Idee kommen nachdem Buch zu suchen und damit ein Wettrennen zu starten, an dessen Ende die Helden nicht zweite sein möchten.

Die Idee einen Quellenband in der tatsächlich bespielten Welt zu verankern finde ich großartig. Die vorgestellten Gruppen von Untoten decken die klassischen fantasymonster ab und bieten reichlich Anstöße für gruselige Abende. Aus meiner Sicht eine klare Kaufempfehlung. „Von Toten und Untoten“ ist für 30 Euro im F-Shop und bei Amazon zu haben.